Berglauf-HM zum Herkules-Monument mit guter Resonanz – Philipp Stuckhardt erfolgreicher Titelverteidiger – Anna Starostzik nutzt Heimvorteil zur Meisterschaft
  28.09.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Viel Lob gab es unter den besonderen Corona-Abstands- und Hygienebestimmungen für den PSV Grün-Weiß Kassel für die Ausrichtung der Hessischen Berglauf-Meisterschaften, die aufgrund der behördlichen Auflagen den Herkules-Berglauf mit 191 Startern und die Hessischen Meisterschaften mit 134 Teilnehmern als Vormittags- und Nachmittagsprogramm erfolgreich getrennt hatten. Und hatten zudem das Wetterglück auf ihrer Seite, denn der angekündigte Dauerregen mit Temperaturen um 10° C setzte erst zum Ende der Titelkämpfe ein. Die abschließende Siegerehrung wurde dann kurzerhand in die Mini-Turnhalle der Reformschule Wilhelmshöhe verlegt.

In 15 Wellen wurden die Meisterschaftsstarter auf die, nach einer kurzfristigen Streckenänderung am Freitagabend, da ein umgestürzter Baum nicht mehr beseitigt werden konnte, nunmehr 7,9 km langen Strecke mit 333 Höhenmetern zum Herkules-Monument hoch über Kassel geschickt. Tagesschnellster bei diesem ungewohnten Startprocedere war dabei der Vorjahresmeister Philipp Stuckhardt, der den Parcours nach 29:25 Minuten beendete. „Es ist schon ein komisches Gefühl, als Erster ins Zieleinzulaufen und nicht zu wissen, ob es auch zum Sieg reichen würde“, kommentierte der für das Laufteam Kassel startende 29jährige. 42 Sekunden dahinter kam aus der ersten Startwelle ins Rennen gegangene Robert Meier (LG Wettenberg) ins Ziel – und sollte Vizemeister werden. Die Spannung blieb praktisch bis zum letzten Zieleinlauf, denn die erst 12 Startwellen dahinter gestarteten Talente des SSC Hanau-Rodenbach wie Julius Hild (Dritter) oder der deutsche U20-Meister Dominik Müller (Fünfter) erreichten mit 30:46 und 31:09 Minuten die Zeitvorgabe von Philipp Stuckhardt nicht mehr ganz.

Eine ähnliche Konstellation gab es bei den Frauen: Anna Starostzik (Spiridon Frankfurt) startete in der dritten, die mit exzellenten „Flachzeiten“ bislang für Furore sorgende Berglauf-Novizin Sandra Morchner (Laufteam Kassel) sogar in der zweiten Startwelle, die deutsche W40-Meisterin Simone Raatz (ASC Darmstadt) beispielsweise hingegen in der elften Startwelle.  Nach 34:26 Minuten war die Spiridon-Läuferin mit Wohnsitz Kassel im Ziel und mußte entsprechend lange warten, bis ihr Sieg feststand. Während Sandra Morchner bereits nach kaum mehr als zwei Kilometern nach einem Sturz ausgeschieden war, erreichte Simone Raatz nach 35:11 Minuten das Ziel und wurde nach ihrem Sieg 2018 diesmal Vizemeisterin. „Ich habe versucht, aus dieser Situation das Beste zu machen und hatte vor allem Glück mit meiner Startgruppe“, so Anna Starostzik. Und Simone Raatz gewann dieser neuen Startvariante nur Positives ab: „Ich fand es cool, zu dieser Aufholjagd zu starten. Natürlich waren die Wege auch breit genug, um gefahrlos überholen zu können. Allerdings fehlt die Orientierung bei dieser Art von Jagdrennen, sodass man nicht am Limit laufen kann!“

Die Mannschaftstitel gingen erwartungsgemäß bei den Frauen an den ASC Darmstadt mit sieben Minuten Vorsprung vor der LG Wettenberg, während bei den Männern das einheimische Laufteam Kassel im spannenden Duell mit der LG Wettenberg mit knapp zwei Minuten Differenz vorne lag.