Der HLV wünscht Günter Zeiß alles Gute zum 80. Geburtstag
  23.07.2021 •     HLV , Kreis Kassel


Die hessische Leichtathletik-Legende Günter Zeiß feierte diese Woche seinen 80. Geburtstag. Wir gratulieren ganz herzlich und möchten auf einen Artikel aus der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen hinweisen, der uns freundlicher Weise zur Verfügung gestellt worden ist.

 

Den Balken hat Günter Zeiß immer gut getroffen

Eigenlich war er mit zehn Jahren Turner. „Das Antreten auf Kommando hat mir bereits damals nicht gefallen“, erinnert sich Günter Zeiß an seine sportlichen Anfänge. Heute wird der frühere Nationalkader-Athlet 80 Jahre alt.

Als Leichtathletik-Trainer ist Zeiß noch heute aktiv. Kurze Zeit über trainierte er ab 1970 beim TSV Udenhausen seine ersten Athleten, später dann beim KSV Hessen Kassel und bis heute beim SSC Vellmar.

Athletinnen wie Sharin Oziegbe, Carolin Klupsch und im Seniorenbereich Klaus Moll oder Dieter Glübert gehörten oder gehören zu seinen Schützlingen.

Das alles geschah nach 1970. Zuvor hatte Zeiß, der aus einer Ehe zwei erwachsene Söhne hat und heute mit der Kasseler Unfallchirurgin Carmen Trechsler liiert ist, ein eigenes Leichathletik-Leben. Und das kann sich sehen lassen, obwohl Zeiß nicht alle Zahlen und Bestleistungen sofort parat hat.

Dabei liegt das nicht an der Vergesslichkeit des Alters. „Ich habe keine Urkunden gesammelt. Die genaue Zahl meiner Titel weiß ich nicht“, sagt der heute in Simmershausen lebende Zeiß über seine eigene sportliche Vergangenheit. Die nahm in den 50er-Jahren ihre entscheidende Wendung, nachdem Zeiß durch seinen älteren Bruder zur Leichathletik-Abteilung des KSV Hessen Kassel gestoßen war. Dort übertrieb er es allerdings auch nicht mit dem Training.. „Viele sagen über mich, dass ich eine faule Socke war, aber ich habe einfach immer gut den Balken getroffen“, erinnert sich Zeiß.

Wie gut, zeigen dann doch die Zahlen, die der frühere Nationalkader-Athlet auf Nachfrage bemüht: So wurde Zeiß 1962 in Hamburg Deutscher Meister im Dreisprung mit einer Weite von 15,78 Metern. „Auf Asche“, wie er sich erinnert. 1967 sprang er seine Bestleistung mit 16,29 Metern, und im Weitsprung kam er im gleichen Jahr auf 7,62 Meter, was damals hessische Spitze war. Außerdem tauchte das Sprungtalent, der später als Verwaltungsbeamter beim Kasseler Regierungspräsidium tätig war, in etlichen Bestenlisten des hessischen und süddeutschen Verbandes auf. Dazu kamen sieben Länderkämpfe für Deutschland. „Das kann sich eigentlich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass ich manchmal nur zweimal in der Woche trainiert habe“, sagt Zeiß heute.

Ob sportlich vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre? Das scheint keine Frage zu sein, mit der sich das Geburtstagskind heute noch auseinandersetzt.

Aktuell trainiert Günter Zeiß immer noch einige der rund 300 Leichathleten und Leichtathletinnen des SSC Vellmar zusammen mit einem Trainerteam. „Corona hat uns viele Sportler gekostet, die sich anders orientiert haben“, sagt der 80-Jährige. Für ihn ist das aber eher Ansporn und kein Grund zum Jammern, denn sein Job als Trainer ist noch lange nicht beendet. (Martin Scholz)

 

Mit freundlicher Genehmigung der HNA

Foto: Andreas Fischer